KfW-Gründungsmonitor: Migranten gründen häufiger

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Tafel mit Aufschrift: KfW-Gründungsmonitor: Migranten gründen häufiger
KfW-Studie belegt: Migranten gründen häufiger und größer

Gemäß des aktuellen KfW-Gründungsmonitors sind Migranten für jede 5. Existenzgründung in Deutschland verantwortlich. Das entspricht rund 170.000 Gründungen pro Jahr. Für viele ist das eigene Unternehmen eine praktische Alternative zur Arbeitslosigkeit. Zudem gründen Migranten in größeren Dimensionen als ihre deutschen Kollegen: Sie setzen meist mehr Wochenstunden und Personal ein, wodurch sie im Schnitt mehr Arbeitsplätze schaffen.

Überdurchschnittlicher Anteil von Migranten bei Gründungen

Etwa 20 Prozent der Existenzgründungen gehen auf Migranten zurück, dabei machen diese nur rund 18 Prozent der Bevölkerung aus. Die verstärkte Gründungsaktivität der Eingewanderten ist bereits seit 2009 zu beobachten. Im Durchschnitt sind 20,2 Prozent von ihnen Gründer und 18,1 Prozent Erwerbstätige im Angestelltenverhältnis.

Anteil von Migranten an Gründern und der Erwerbsbevölkerung (18–64 Jahre):

Anteil von Migranten an Gründern und Erwerbsbevölkerung (18–64 Jahre)

Besonders gründungsfreudig: eingewanderte Akademiker

Generell gründen Hochschulabsolventen häufiger als andere. Doch auch hier gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen den deutschen und den migrierten Akademikern. Während die deutschen Akademiker in den Jahren 2009 bis 2015 einen Anteil von 2,3 Prozent der Gründungen hatten, waren es 3,1 Prozent bei den Migranten. Allerdings gibt es unter den Migranten weniger Akademiker als in der gesamten Erwerbsbevölkerung, wodurch ihr Anteil mit 26 Prozent letztlich sogar leicht unter dem Gesamtdurchschnitt von 28 Prozent liegt.

Migrantische Akademiker haben größere Gründungsneigung

Migranten gründen häufiger im Vollerwerb

Auch die Art der Gründung unterscheidet sich. Während im Schnitt 42 Prozent aller Gründungen in Deutschland von 2009 bis 2015 eine Vollerwerbsgründung waren, liegt der Anteil bei den Migranten bei 47 Prozent.

Zudem investieren Migranten mehr Zeit in ihre Gründung. Sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb verbringen sie mehr Wochenstunden in ihrem Unternehmen als der durchschnittliche Gründer. Insgesamt liegt der Unterschied bei 11 Prozent, wie die folgende Grafik zeigt (Zeitraum: 2009-2015).

Durchschnittliche Wochenstunden der Gründer (2009 –2015)

Migranten gründen mit mehr Personal

Vergleicht man den Personaleinsatz aller Gründungen mit denen der Migranten, liegen diese klar vorn. Rund 33 Prozent der Neugründungen durch Migranten verfügen häufiger über Angestellte als der Durchschnitt (23 Prozent). Bezieht man Geschäftsübernahmen und Beteiligungen mit ein erhöht sich die Quote auf 39 Prozent gegenüber 28 Prozent im Gesamtdurchschnitt.

Anteil von  Gründern mit Beschäftigten/ Teamp artnern  in Prozent  (2009 –2015)

Gründungsfinanzierung von Migranten

Bei ihren Gründungsvorhaben sind Migranten in ähnlichem Umfang auf Fremdkapital angewiesen wie der Durchschnittsgründer. Allerdings greifen sie auf andere Finanzierungshilfen zurück als ihre Gründungskollegen. So gründet nahezu jeder zweite Migrant mit der finanziellen Unterstützung von Freunden und Familie, während dies nur bei jedem dritten Durchschnittsgründer der Fall ist.

Eine zweite Form der externen Geldquelle ist der Dispositionskredit, der deutlich unlukrativer als das klassische Bankdarlehen ist. Die Herausgeber der Studie sehen eine mögliche Ursache hierfür in einer nicht ausreichenden Kreditwürdigkeit der Migranten, die beispielsweise aufgrund von sprachlichen Barrieren oder unzureichendem Finanzwissen beruht.

Finanzierungsquellen gründender Migranten

Existenzgründungen von weiblichen Migranten

Bisher lag der Anteil weiblicher Migranten unter den Existenzgründern bei einem Drittel und somit deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. Seit 2014 hat sich dies geändert und mittlerweile sind die migrantischen Gründerinnen gleichauf mit dem Gesamtdurchschnitt der Gründerinnen, der bei rund 44 Prozent liegt.

Migrantinnen gründen häufig mit einer unterdurchschnittlichen Wochenstundenzahl (25) und legen ihren Schwerpunkt auf persönliche Dienstleistungen. Das eint sie mit den anderen Gründerinnen. Ein Unterschied ist hier jedoch wieder der Personaleinsatz: Migratinnen gründen zu 28 Prozent mit Beschäftigten, wohingegen der Durchschnitt bei nur 20 Prozent liegt.


Weitere Informationen zur Existenzgründung erhalten Sie im Rahmen einer individuellen Beratung zu Ihrer Existenzgründung der EWU Dr. Wallberg & Partner GmbH. Gern besprechen wir mit Ihnen auch konkrete Gründungsmöglichkeiten für Migranten.


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