Migranten als Existenzgründer

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Existenzgründung durch Migranten
Migranten und Existenzgründung

Migranten sind häufiger Existenzgründer als Deutsche

Entgegen dem Bild, was das Fernsehen suggeriert, ist nicht jeder Migrant ein syrischer Arzt. Zumindest unter den schon sesshaften Ausländern in Deutschland gibt es aber tatsächlich viele Migranten als Existenzgründer oder Selbstständige. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) gründen Einwanderer sogar häufiger ein Unternehmen als Deutsche.

So ist beispielsweise zwischen 2005 und 2009 die Zahl der Firmengründungen durch Migranten um etwa 25 Prozent gestiegen, wie das BMWi in seiner Studie „Unternehmensgründungen von Migranten und Migrantinnen“ festhielt. Schon im Jahr 2010 gab es laut Mikrozensus 680.000 migrantische Firmen. Das sind 15,5 Prozent aller Selbstständigen insgesamt.

„Ohne migrantische Unternehmen geht mancherorts bei der Nahversorgung nichts mehr“, meint das Wirtschaftsministerium sogar in einer Mitteilung. Dabei beziehen sich die oben genannten Zahlen nur auf offizielle Ausländer. Diese machen laut Ministerium aber nur die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund aus.

Rechnet man noch wie etwa die Bundesagentur für Arbeit Spätaussiedler oder weitere Personen hinzu, die neben der deutschen eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen, dann gründen Migranten beinahe doppelt so häufig wie Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Selbstständigkeit im Ausland selbstverständlicher

Als Grund gilt, dass viele dieser Menschen aus Ländern kommen, in denen es viel selbstverständlicher als im traditionell leicht sozialistisch angehauchten Deutschland ist, eine selbstständige Tätigkeit als Beruf zu beginnen. Lange Zeit waren dabei Türken und Italiener die aktivsten Gründer. Allerdings sind seit dem EU-Beitritt vor allem Polen, Bulgaren und Rumänen die gründungsfreudigsten Immigranten, wie das Institut für Mittelstandsforschung Bonn in seiner Studie „Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten“ festhielt.

Laut dem Länderbericht Deutschland des „Global Entrepreneurship Monitors“ (GEM) ist die Wahrscheinlichkeit in diesen Kulturkreisen höher als bei Deutschen, dass man im Bekannten- oder Verwandtenkreis unternehmerische Vorbilder hat. Das nützt Deutschland, denn Unternehmensgründungen schaffen oft Arbeitsplätze.

Laut Jahresgutachten des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen sind bei Firmen von Migranten etwa zwei Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertrag geht gar davon aus, dass Existenzgründer mit Migrationshintergrund etwa hunderttausend neue Arbeitsplätze in einem Jahr schaffen können.


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