Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben kann Türen öffnen – ein fehlerhaftes kann sie zuschlagen, bevor Sie überhaupt die Chance auf ein Gespräch bekommen. Die gute Nachricht: Die meisten Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn Sie wissen, worauf Personaler achten. Diese Anleitung beantwortet die wichtigsten Fragen rund um typische Stolpersteine im Anschreiben und zeigt Ihnen, wie Sie diese umgehen.
Die häufigsten Fehler im Bewerbungsschreiben sind Rechtschreib- und Grammatikfehler, fehlende Individualisierung durch Massenbewerbungen, falsche Ansprechpartner oder Firmennamen, unprofessionelle E-Mail-Adressen, zu lange oder zu kurze Anschreiben, die bloße Wiederholung des Lebenslaufs ohne Mehrwert sowie fehlende Motivation und konkreter Bezug zur ausgeschriebenen Stelle.
Rechtschreibfehler wirken nachlässig und unprofessionell. Sie zeigen dem Personaler, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, Ihr Anschreiben sorgfältig zu prüfen. Besonders peinlich wird es, wenn der Name des Unternehmens oder des Ansprechpartners falsch geschrieben ist.
Massenbewerbungen erkennen Personaler sofort. Wenn Ihr Bewerbungsschreiben austauschbar klingt und auf jede beliebige Stelle passen würde, landen Sie schnell auf dem Absagenstapel. Jedes Anschreiben sollte individuell auf die konkrete Position und das Unternehmen zugeschnitten sein. Hier kann ein professionelles Bewerbungscoaching helfen, um Ihre Bewerbungsstrategie zu optimieren.
Eine E-Mail-Adresse wie “partymaus92@freenet.de” mag privat funktionieren, aber für Bewerbungen ist sie ungeeignet. Nutzen Sie eine seriöse Adresse mit Ihrem Namen. Die ideale Länge eines Bewerbungsschreibens liegt bei einer DIN-A4-Seite. Alles darunter wirkt lieblos, alles darüber ermüdend.
Vermeiden Sie typische Floskeln wie “hiermit bewerbe ich mich”, “mit großem Interesse habe ich gelesen” oder “ich bin teamfähig und belastbar”, indem Sie konkrete Beispiele aus Ihrer Berufserfahrung nennen und authentisch formulieren. Zeigen Sie durch Taten statt durch leere Worte, was Sie können.
Standardfloskeln sind problematisch, weil sie austauschbar sind und keine echte Motivation zeigen. Jeder Bewerber könnte diese Sätze schreiben. Sie verraten nichts über Ihre Persönlichkeit oder darüber, warum gerade Sie zur Stelle passen.
Experten-Impuls aus der Coaching-Praxis
“Kommunikation hat ein Ziel: Konkrete Bilder beim Arbeitgeber zu erzeugen. Begriffe wie ‘teamfähig’ oder ‘sehr erfahren’ sind gefährlich, weil sie zu viel Interpretationsspielraum lassen. Was bedeutet ‘erfahren’ für Sie, und was für den Leser?
Mein Rat: Fragen Sie sich bei jedem Adjektiv: ‘Denkt der Arbeitgeber jetzt das, was ich sagen will?’ Belegen Sie Eigenschaften mit Zahlen und Fakten.
Zudem darf ein Anschreiben kein homogener, langer Fließtext sein. Setzen Sie optische Akzente! Nutzen Sie Fettungen, kursive Wörter oder Zahlen als Eye-Catcher. Machen Sie es dem Personaler leicht, die wichtigsten Punkte beim Scannen sofort zu erfassen.”
– Viktorija Rakucha, Senior Karriere-Coach bei karriere.haus
Statt “Ich bin teamfähig” schreiben Sie besser: “In meinem letzten Projekt habe ich mit fünf Kollegen aus verschiedenen Abteilungen zusammengearbeitet und dabei die Kommunikation zwischen den Teams koordiniert.” Das ist konkret und glaubwürdig.
Ersetzen Sie “Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen” durch etwas wie: “Die Möglichkeit, in Ihrem Unternehmen an nachhaltigen Mobilitätslösungen zu arbeiten, passt perfekt zu meiner Leidenschaft für Umwelttechnologie.” Das zeigt echtes Interesse und persönlichen Bezug.
Verzichten Sie komplett auf den verstaubten Einstieg “Hiermit bewerbe ich mich”. Steigen Sie direkt mit einem starken Satz ein, der Ihre Motivation oder eine relevante Qualifikation in den Mittelpunkt stellt. Inspiration für überzeugende Einleitungen finden Sie in bewährten Beispielen.
Häufige Formatierungsfehler sind unübersichtliches Layout, inkonsistente Schriftarten und Schriftgrößen, fehlende oder falsch platzierte Kontaktdaten, zu enge oder zu weite Abstände, unleserliche Schriftarten, eine fehlende Betreffzeile sowie falsche Seitenränder. Ein professionelles Layout sorgt für gute Lesbarkeit und einen positiven ersten Eindruck.
Ihr Bewerbungsschreiben sollte klar strukturiert sein. Nutzen Sie eine einheitliche, gut lesbare Schriftart wie Arial oder Calibri in Größe 11 oder 12. Vermeiden Sie ausgefallene Schriften, die schwer zu lesen sind oder unprofessionell wirken. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch auf kostenlose Bewerbungsvorlagen zurückgreifen, die bereits professionell formatiert sind.
Die Kontaktdaten gehören in den Kopf des Dokuments. Dort sollten Ihr Name, Ihre Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse stehen. Darunter folgen Ort und Datum sowie die Empfängeradresse. Die Betreffzeile macht sofort klar, worum es geht.
Achten Sie auf ausreichende Abstände zwischen den Absätzen. Zu enger Text wirkt überladen und abschreckend. Zu weite Abstände lassen das Anschreiben hingegen leer und substanzlos erscheinen. Standard-Seitenränder von 2,5 cm sind ein guter Richtwert.
Wenn Sie Ihr Anschreiben als PDF versenden, stellen Sie sicher, dass alle Formatierungen erhalten bleiben. Word-Dokumente können auf anderen Computern anders aussehen. Ein PDF garantiert, dass Ihr Layout so ankommt, wie Sie es gestaltet haben.
Ein Bewerbungsschreiben sollte professionell und authentisch zugleich sein. Relevant sind Ihre Motivation, berufliche Ziele und Ihr konkreter Bezug zur Stelle. Zu privat oder unpassend wirken hingegen Details zu Familienstand, Gesundheitszustand, politischen Ansichten oder zu emotionale persönliche Geschichten.
Die richtige Balance zu finden ist wichtig. Sie möchten als Mensch wahrgenommen werden, nicht als austauschbare Arbeitskraft. Gleichzeitig sollte der Fokus auf Ihrer beruflichen Eignung liegen, nicht auf Ihrem Privatleben.
Zeigen Sie Persönlichkeit, indem Sie erklären, warum Sie sich für dieses Berufsfeld begeistern oder was Sie an diesem speziellen Unternehmen reizt. Solche Aussagen machen Sie greifbar und zeigen echtes Interesse. Falls Sie Unterstützung bei der optimalen Darstellung Ihrer Persönlichkeit benötigen, können unsere Karrierecoaching-Angebote Ihnen dabei helfen.
Vermeiden Sie aber Informationen, die für die Stelle irrelevant sind. Ob Sie verheiratet sind oder Kinder haben, spielt keine Rolle für Ihre fachliche Qualifikation. Solche Details gehören nicht ins Anschreiben und können sogar als unprofessionell wahrgenommen werden.
Auch zu emotionale Schilderungen sind fehl am Platz. Ein Bewerbungsschreiben ist kein Tagebucheintrag. Bleiben Sie sachlich, aber lassen Sie durchscheinen, wer Sie sind und was Sie antreibt. Denken Sie daran: Es gibt wichtige Unterschiede zwischen Anschreiben und Lebenslauf – nutzen Sie diese gezielt.
Individuelle Beratung, überzeugende Bewerbungen oder mehr Sicherheit im Vorstellungsgespräch – für AVGS-Gutschein-Inhaber oft vollständig gefördert.
Alle Angebote entdeckenFolgende Inhalte gehören nicht ins Bewerbungsschreiben: Gehaltsvorstellungen (außer ausdrücklich gefordert), negative Aussagen über frühere Arbeitgeber, Entschuldigungen für fehlende Qualifikationen, irrelevante Hobbys oder Interessen, Lügen oder Übertreibungen, diskriminierende oder unangemessene Bemerkungen sowie zu detaillierte Erklärungen für Lücken im Lebenslauf.
Negative Kommentare über frühere Arbeitgeber schaden nur Ihnen selbst. Sie wirken unprofessionell und lassen Sie als schwierigen Mitarbeiter erscheinen. Bleiben Sie immer positiv und konzentrieren Sie sich auf das, was Sie gelernt haben.
Entschuldigen Sie sich nicht für fehlende Qualifikationen. Formulieren Sie stattdessen positiv, was Sie mitbringen und wie Sie fehlende Kenntnisse schnell aufholen können. Schwächen hervorzuheben bringt nichts, außer dass Sie sich selbst ins Aus schießen.
Hobbys gehören nur ins Anschreiben, wenn sie einen direkten Bezug zur Stelle haben. Dass Sie gerne lesen oder Sport treiben, interessiert Personaler in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn Sie sich als Sporttrainer bewerben und selbst aktiv im Vereinssport tätig sind.
Lügen sind tabu. Früher oder später kommen sie ans Licht und können zur fristlosen Kündigung führen. Auch Übertreibungen fallen meist auf. Bleiben Sie bei der Wahrheit und präsentieren Sie Ihre echten Stärken überzeugend.
Lücken im Lebenslauf müssen Sie nicht im Anschreiben rechtfertigen. Falls danach gefragt wird, können Sie im Vorstellungsgespräch ehrlich darauf eingehen. Lange Erklärungen im Anschreiben lenken vom Wesentlichen ab.
Ein fehlerfreies, individuelles Bewerbungsschreiben ist keine Hexerei – es braucht Sorgfalt, Authentizität und das Wissen um die häufigsten Stolpersteine. Wenn Sie die genannten Fehler vermeiden und stattdessen auf klare Struktur, persönliche Motivation und professionelle Präsentation setzen, erhöhen Sie Ihre Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch deutlich. Falls Sie Unterstützung benötigen, können Sie sich Ihre Bewerbung professionell schreiben lassen oder ein Bewerbungscoaching in Anspruch nehmen. Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre Bewerbungsunterlagen auf den Punkt zu bringen – entdecken Sie unsere Karrierecoaching-Angebote oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.