Businessplan für die Existenzgründung: Aufbau, Inhalt und Tipps

Ein Businessplan ist ein schriftliches Dokument, das Ihre Geschäftsidee, Ihre Strategie und die geplante Umsetzung Ihrer Existenzgründung zusammenfasst. Er beschreibt, was Sie anbieten, wen Sie ansprechen, wie Sie Ihr Unternehmen finanzieren und welche Ziele Sie erreichen wollen.

Wer sich selbstständig machen möchte, braucht mehr als eine gute Idee. Sie brauchen einen klaren Plan – und genau das ist der Businessplan. Er zwingt Sie, Ihr Vorhaben gründlich zu durchdenken, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig ist der Businessplan das wichtigste Dokument, um Banken, Investoren oder die Agentur für Arbeit von Ihrer Gründung zu überzeugen.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen überzeugenden Businessplan schreiben – von der Executive Summary über die Geschäftsidee bis zum Finanzplan.

Warum Sie einen Businessplan schreiben sollten

Viele Gründerinnen und Gründer betrachten den Businessplan zunächst als Pflichtübung. Tatsächlich ist er aber deutlich mehr als das: Er ist Ihr persönlicher Fahrplan und gleichzeitig Ihr Überzeugungsinstrument gegenüber Geldgebern.

Klarheit für Ihre Gründung

In erster Linie hilft Ihnen das Schreiben des Businessplans, Ihre Geschäftsidee kritisch zu hinterfragen. Kann sich Ihre Idee am Markt durchsetzen? Welche Finanzierungsformen stehen realistisch zur Verfügung? Welche Chancen und Risiken bestehen?

Dabei fungiert der Businessplan als Leitfaden für Ihre gesamte Gründertätigkeit. Er hilft Ihnen, Etappenziele festzulegen, Worst-Case-Szenarien durchzuspielen und Gegenmaßnahmen vorab zu bedenken. Sollten im Laufe der Gründung Probleme auftreten, haben Sie diese idealerweise bereits einkalkuliert – und wissen, wie Sie reagieren.

Wichtig: Der Businessplan ist ein lebendiges Dokument. Wenn sich Rahmenbedingungen ändern – etwa neue Wettbewerber auftreten oder sich Markttrends verschieben -, sollten Sie ihn entsprechend anpassen.

Überzeugungsarbeit für Banken und Investoren

Der Businessplan dient potenziellen Geldgebern als Entscheidungsgrundlage für Kredite, Zuschüsse und Beteiligungen. Banken, Business Angels und Venture-Capital-Geber erwarten ein professionell aufbereitetes Dokument, aus dem schlüssig hervorgeht, dass Ihr Vorhaben realisierbar ist.

Wird im Businessplan ersichtlich, dass Sie die fachlichen, unternehmerischen und persönlichen Voraussetzungen mitbringen, öffnet das die Tür für weitere Gespräche und Verhandlungen. Wenn Sie ein bestimmtes Kreditinstitut favorisieren, informieren Sie sich vorab über dessen Anforderungen an einzureichende Dokumente. Je besser Sie Ihre Formulierungen auf die Erwartungen abstimmen, desto aussichtsreicher ist die Bewilligung.

Voraussetzung für Gründungszuschuss und Fördermittel

Möchten Sie sich um einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit bewerben, müssen Sie ebenfalls einen Businessplan einreichen. Beachten Sie, dass hier häufig andere Schwerpunkte gesetzt werden als bei Banken. Zusätzlich wird meist eine fachkundige Stellungnahme verlangt.

Außerdem können Sie mit einem überzeugenden Businessplan an Gründerwettbewerben teilnehmen. Dort winken attraktive Preisgelder, die eine zusätzliche Finanzspritze für Ihre Existenzgründung sein können.

Der Aufbau eines Businessplans im Überblick

Für den Aufbau Ihres Businessplans ist es wichtig, bestimmte Formalitäten und Standards einzuhalten. Eine logische Gliederung hilft Entscheidern, Ihre Geschäftsidee zu verstehen und das Potenzial einzuschätzen.

Deckblatt

Ein ansprechendes Deckblatt ist die Visitenkarte Ihres Businessplans. Darauf gehören:

  • Ihre Kontaktdaten
  • das aktuelle Datum
  • Ihr Logo (falls bereits vorhanden)
  • Ihre Geschäftsidee in einem Satz

Die Kunst besteht darin, die Gründungsidee kurz und bündig zu präsentieren und sich so positiv von Mitbewerbern abzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Dem Deckblatt folgt ein Inhaltsverzeichnis, das dem Leser eine Übersicht aller Kapitel gibt. In späteren Verhandlungen haben Sie so stets die richtige Seite parat.

Tipp: Arbeiten Sie bei der Angabe der Seitenzahlen mit Querverweisen. Diese fungieren im PDF-Dokument als interne Sprungmarken zum jeweiligen Kapitel.

Executive Summary

Die Executive Summary ist die Zusammenfassung Ihres gesamten Businessplans. Sie darf nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein und ist dennoch der Dreh- und Angelpunkt des Dokuments.

Vergleichen Sie die Executive Summary mit einem Bewerbungsschreiben: Sie müssen auf dieser ersten Inhaltsseite überzeugen, fesseln und den Leser neugierig auf Ihre Geschäftsidee machen. Stecken Sie daher besonders viel Zeit in die Zusammenfassung.

Praxis-Tipp: Schreiben Sie die Executive Summary zum Schluss. Nachdem Sie den gesamten Businessplan formuliert haben, fällt Ihnen die Zusammenfassung deutlich leichter.

Die Executive Summary enthält im Kern:

  • Was ist Ihre Geschäftsidee?
  • Welche Chancen und Risiken gibt es?
  • Was wollen Sie in den ersten Jahren erreichen?
  • Wie sieht Ihre Finanzierung aus?

Die Geschäftsidee überzeugend präsentieren

Die Geschäftsidee ist das Herzstück Ihres Businessplans. Hier entscheidet sich, ob der Leser weiterliest oder das Dokument zur Seite legt. Grundsätzlich gibt es zwei Wege in die Selbstständigkeit: mit einer komplett neuen Innovation oder mit einem verbesserten Produkt bzw. einer optimierten Dienstleistung. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung.

Ihre Idee auf den Punkt bringen

Fassen Sie Ihre Geschäftsidee zunächst kurz und bündig zusammen: Womit möchten Sie sich selbstständig machen? Welches Produkt oder welche Dienstleistung bieten Sie an? An welche Zielgruppe richten Sie sich? Formulieren Sie diese Kernbotschaft so klar, dass auch ein Branchenfremder sie sofort versteht.

Produkt oder Dienstleistung ausführlich beschreiben

Im nächsten Schritt beschreiben Sie Ihr Angebot ausführlich. Für ein Produkt arbeiten Sie folgende Punkte ab:

  • Name des Produkts
  • Spezielle Produkteigenschaften
  • Mehrwert für den Kunden
  • Alleinstellungsmerkmal (USP)
  • Produktkategorien und Produktvielfalt
  • Anfallende Produktionskosten
  • Geplanter Verkaufspreis

Für eine Dienstleistung sind folgende Aspekte relevant:

  • Name der Dienstleistung
  • Mehrwert für den Kunden
  • Alleinstellungsmerkmal (USP)
  • Wie werden Umsätze generiert?

Verzichten Sie dabei auf Fachbegriffe, da der Leser nicht zwingend aus Ihrer Branche kommt. Fotos, Entwürfe oder Grafiken können Ihre Idee zusätzlich veranschaulichen.

Kundennutzen und Alleinstellungsmerkmal herausstellen

Der Mehrwert Ihres Angebots ist entscheidend. Wird er vom Leser nicht erkannt, sinken die Chancen auf eine Förderung – und letztlich auch auf zahlende Kunden. Gehen Sie daher gesondert auf den konkreten Nutzen ein.

Ist Ihre Geschäftsidee durch Patente oder Markenrechte schützenswert, erwähnen Sie das an dieser Stelle. Ebenso, wenn spezielle Lizenzen, Genehmigungen oder Zertifikate erforderlich sind – das unterstreicht Ihre Branchenkenntnis.

Wenn Sie zusätzliche Services anbieten, etwa Wartung, Garantie oder Support, weisen Sie ebenfalls darauf hin. Solche Randfaktoren können den Unterschied ausmachen.

Die Gründerperson im Businessplan vorstellen

Eine gute Geschäftsidee allein reicht nicht. Banken, Investoren und die Agentur für Arbeit wollen wissen, ob Sie als Person die nötigen Fähigkeiten mitbringen, um das Vorhaben zum Erfolg zu führen. Die Vorstellung der Gründerperson ist deshalb ein zentraler Bestandteil des Businessplans.

Relevante Qualifikationen und Erfahrungen

Beschreiben Sie Ihren beruflichen Werdegang – aber nicht in Textform als vollständigen Lebenslauf. Picken Sie gezielt jene Stationen heraus, die für Ihre Gründungsidee relevant sind: Ausbildung, Berufserfahrung, Branchenkenntnisse und besondere Fähigkeiten.

Erklären Sie dem Leser, woher Sie das Wissen und die Fähigkeiten zur Umsetzung Ihrer Geschäftsidee haben. Welche beruflichen Stationen haben Sie dahingehend geprägt? Welche Eigenschaften bringen Sie als Gründerpersönlichkeit mit?

Leidenschaft zeigen – und ehrlich bleiben

Lassen Sie den Leser spüren, wie sehr Sie für Ihr Vorhaben brennen. Erfahrene Investoren erkennen zwischen den Zeilen, ob jemand aus Überzeugung gründet – und ob er Rückschläge in Kauf nehmen wird, um seine Idee zu verwirklichen. Das ist ein wichtiges Kriterium für jeden, der in Ihre Idee investieren möchte.

Bleiben Sie dabei glaubwürdig. Niemand kann alles. Wenn Sie der Ingenieur sind, haben Sie wahrscheinlich keine ausgeprägten kaufmännischen Kenntnisse – und umgekehrt. Das ist nicht schlimm, solange Sie es offen ansprechen.

Schwächen benennen und Lösungen aufzeigen

Wenn Sie im Team gründen, erläutern Sie, wie sich die Fähigkeiten der Gründungsmitglieder ergänzen. Als Einzelgründer legen Sie schlüssig dar, wie Sie Kompetenzlücken schließen – etwa durch externe Dienstleister oder gezielte Weiterbildungen.

Beachten Sie jedoch: In der Gründungsphase und den ersten Monaten danach haben Sie wenig Zeit für langfristige Fortbildungen. Planen Sie daher realistisch.

Am Ende dieses Abschnitts sollte der Leser überzeugt sein, dass Sie den Willen und die Fähigkeit haben, Ihr Unternehmen zum Erfolg zu führen.

Unternehmensorganisation und Rechtsform

Wer gründet, braucht Struktur. In diesem Kapitel zeigen Sie, warum Sie sich für eine bestimmte Rechtsform entschieden haben, welche Faktoren Ihre Standortwahl beeinflusst haben und wie Ihre Personalplanung aussieht.

Die richtige Rechtsform wählen

In Deutschland stehen Ihnen zahlreiche Rechtsformen zur Verfügung. Jede hat Vor- und Nachteile, die Sie sorgfältig abwägen sollten.

Für Einzelgründer kommen unter anderem infrage:

  • Einzelunternehmen: Kein Mindestkapital nötig, volle Entscheidungsgewalt, einfache Buchführung und geringe Gründungskosten. Nachteil: Sie haften mit Ihrem gesamten Privatvermögen.
  • Ein-Personen-GmbH: Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, aber 25.000 Euro Stammkapital erforderlich.
  • Ein-Personen-UG (haftungsbeschränkt): Schon ab 1 Euro Stammkapital möglich, mit Ansparpflicht.

Für Teamgründungen sind unter anderem relevant:

  • GmbH: Steuerliche Vorteile und beschränkte Haftung bei 25.000 Euro Startkapital. Aufwendigere Gründungsformalitäten und Buchführung.
  • GbR: Keine aufwendigen Formalitäten, kein Mindestkapital, hohes Maß an Mitbestimmung. Nachteil: Haftung mit Gesellschafts- und Privatvermögen.
  • UG, AG, OHG, PartG, KG, GmbH & Co. KG: Jeweils mit spezifischen Vor- und Nachteilen je nach Branche und Geschäftsmodell.

Analysieren Sie Ihre Geschäftsidee hinsichtlich der Anforderungen jeder Gesellschaftsform und begründen Sie Ihre Wahl im Businessplan nachvollziehbar.

Standortanalyse: Den passenden Standort finden

Der Standort kann über Erfolg oder Misserfolg Ihres Unternehmens entscheiden – egal ob Ladenlokal, Büro, Labor oder Produktionshalle. Arbeiten Sie in Ihrem Businessplan folgende Fragen ab:

  • Ist Ihr Unternehmen für Kunden, Zulieferer und Partner gut erreichbar?
  • Befinden Sie sich in der Nähe Ihrer Zielgruppe?
  • Können Sie die Versorgungssicherheit gewährleisten?
  • Passt das Umfeld zu Ihrem Business?
  • Befinden sich Wettbewerber in unmittelbarer Nähe?
  • Können Sie sich den Miet- oder Kaufpreis an diesem Standort leisten?

Idealerweise fügen Sie einen Grundriss sowie Innen- und Außenaufnahmen Ihres geplanten Firmensitzes bei.

Personalplanung im Businessplan

Erläutern Sie, wer künftig welche Aufgaben übernimmt. Möchten Sie Mitarbeiter einstellen oder mit Freiberuflern und externen Dienstleistern zusammenarbeiten? Betrachten Sie die anfallenden Aufgaben in Ihrem Unternehmen und leiten Sie daraus den konkreten Personalbedarf ab.

Neben der Anzahl der geplanten Mitarbeiter und deren Tätigkeiten gehört auch die Kalkulation der Personalaufwendungen in die Personalplanung. Beachten Sie: Zum Bruttogehalt kommen noch Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung hinzu.

Marktanalyse, Zielgruppe und Marketing

In diesem Kapitel zeigen Sie, dass Sie Ihren Markt kennen, Ihre Kunden verstehen und wissen, wie Sie diese erreichen. Für diesen Teil des Businessplans ist eine gründliche Recherche unverzichtbar.

Die Marktanalyse: Branche und Wettbewerb verstehen

Beschreiben Sie, wie sich Ihre Branche in den letzten Jahren entwickelt hat und welche Trends für die Zukunft erkennbar sind. Hinterlegen Sie Ihre Prognosen mit Zahlen und Fakten:

  • Wird eine Gesetzesänderung für höhere Nachfrage sorgen?
  • Werden neue Technologien die Nutzung vereinfachen?
  • Worin sehen Sie konkretes Wachstumspotenzial?

Nutzen Sie als Quellen Fachmessen, Fachzeitschriften, Branchenverbände, Banken und Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts. Auch potenzielle Kunden sind eine wertvolle Informationsquelle: Bringen Sie direkt in Erfahrung, worauf sie Wert legen.

Legen Sie außerdem die Stärken und Schwächen Ihrer Konkurrenz dar. Wo bieten Wettbewerber bereits gute Lösungen – und wo gibt es Lücken, die Sie füllen können?

Zielgruppenanalyse: Ihre Kunden kennen

Es sind die Kunden, die über das Fortbestehen Ihres Unternehmens entscheiden. Je genauer Sie Ihre Zielgruppe kennen, desto besser. Stellen Sie sich Fragen zu:

  • Alter, Geschlecht und Einkommen
  • Vorlieben und Kaufverhalten
  • Bedürfnisse und Probleme, die Ihr Angebot löst
  • Bevorzugte Kommunikationskanäle

Daraus formt sich ein klares Bild Ihres Kundenstamms – und daraus leiten sich die passenden Marketing-Maßnahmen ab.

Marketing-Maßnahmen: Ihre Kunden erreichen

Beschreiben Sie, über welche Kanäle Sie Ihre Zielgruppe ansprechen werden. Die Wahl hängt stark von Ihrem Geschäftsmodell ab:

  • Lokale Geschäfte erzielen oft mit klassischen Mitteln wie Flyern, lokaler Werbung oder Eröffnungsaktionen die beste Wirkung.
  • Bundesweit agierende Unternehmen setzen eher auf Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Social Media oder Anzeigen in Fachzeitschriften.

Informieren Sie sich, welche Kanäle Ihre Konkurrenz nutzt, und überlegen Sie, welche Maßnahme Ihr Angebot am glaubwürdigsten präsentiert. Erläutern Sie auch Ihren geplanten Preis und Ihre Vertriebsstrategie.

Chancen und Risiken realistisch bewerten

Jedes Gründungsvorhaben birgt Chancen und Risiken. Investoren erwarten, dass Sie beides offen benennen und zeigen, dass Sie vorbereitet sind.

Nennen Sie jeweils die drei größten Chancen und die drei größten Risiken, die Einfluss auf die Entwicklung Ihres Unternehmens haben können. Erläutern Sie:

  • Welche externen Entwicklungen könnten Ihnen in die Hände spielen?
  • Welche Szenarien könnten Ihr Vorhaben gefährden?
  • Wie würden Sie konkret auf negative Entwicklungen reagieren?

Indem Sie Risiken offen ansprechen und gleichzeitig Gegenmaßnahmen aufzeigen, stärken Sie Ihre Glaubwürdigkeit. Wer nur Chancen sieht, wirkt naiv. Wer Risiken benennt und Lösungen kennt, wirkt kompetent.

Der Finanzplan – das Herzstück des Businessplans

Der Finanzplan ist das Kapitel, das Banken und Investoren am genauesten prüfen. Hier zeigen Sie detailliert, welche finanziellen Mittel Sie benötigen und wie Sie Ihre Existenzgründung finanzieren.

Wichtig: Der Finanzplan umfasst die ersten drei Jahre ab Gründung und sollte im Idealfall monatsweise aufgeschlüsselt sein. Verwenden Sie für Ihre Kalkulationen eine Tabellenkalkulation – das sorgt für Übersichtlichkeit und reduziert Fehler.

Vergessen Sie nicht, Ihre eigenen Lohnkosten sowie Sozialabgaben von Anfang an in die Finanzplanung einzubeziehen.

Der Investitionsplan

Im Investitionsplan listen Sie die initialen Kosten auf, die entstehen, um Ihr Geschäft zu starten:

  • Anschaffung der Büro- oder Ladenausstattung
  • Werbungskosten für den Markteintritt
  • Gründungskosten (Notarkosten, Genehmigungen, Gewerbeanmeldung)
  • Personalkosten, falls Sie von Beginn an Mitarbeiter beschäftigen

Praxis-Tipp: Kalkulieren Sie den Investitionsplan großzügig. Wer die anfallenden Kosten unterschätzt, gerät schnell in Liquiditätsprobleme – und die können für junge Unternehmen das vorzeitige Aus bedeuten.

Der Finanzierungsplan

Der Finanzierungsplan beschreibt, wie viel Eigenkapital und Fremdkapital Sie benötigen. Schlüsseln Sie detailliert auf:

  • Welche Investitionen können Sie selbst finanzieren?
  • Für welche Maßnahmen benötigen Sie einen Kredit?
  • Wie hoch muss der Kredit ausfallen?
  • Ab wann steht das Fremdkapital zur Verfügung?
  • Wann generieren Sie erste eigene Einnahmen?
  • Welche Sicherheiten können Sie der Bank bieten?

Gestalten Sie den Finanzierungsplan lückenlos. Widersprüche in der Finanzierungsplanung schrecken Investoren ab.

Die Rentabilitätsvorschau

In der Rentabilitätsvorschau stellen Sie den prognostizierten Umsatz den zu erwartenden Kosten für die ersten drei Geschäftsjahre gegenüber – monatsweise aufgeschlüsselt.

Setzen Sie auf eine realistische Einschätzung. Ab dem ersten Monat Gewinne einzufahren, wirkt auf die meisten Investoren unglaubwürdig. Viele Gründerinnen und Gründer verzeichnen in den ersten ein bis zwei Jahren Verluste. Entscheidend ist, dass der Gewinn in einem überschaubaren Zeitraum den anfänglichen Verlust übersteigt.

Der Liquiditätsplan

Im Liquiditätsplan stellen Sie die geplanten Einnahmen den zu erwartenden Ausgaben gegenüber. Auf der Habenseite stehen Eigenkapital, Umsätze und Kredite. Die Ausgaben müssen auf Basis von Branchenberichten, persönlichen Erfahrungen und professioneller Beratung kalkuliert werden.

Kalkulieren Sie den Liquiditätsplan grundsätzlich konservativ: Umsätze und Kreditbewilligungen sind Schätzungen. Wer pessimistisch plant, kann Liquiditätsengpässe rechtzeitig abwenden – zum Beispiel durch:

  • Verhandlung verlängerter Zahlungsziele mit Lieferanten
  • Rechtzeitige Neukundenakquise
  • Liquidierung nicht benötigten Inventars
  • Bildung von Rücklagen für verspätete Kundenzahlungen

Beigefügte Unterlagen und Anhang

Ein vollständiger Anhang untermauert Ihre Gründungsabsichten. Einige Informationen würden den Lesefluss im Hauptteil stören und gehören daher in den Anhang – als Belege, Tabellen und Kopien.

Checkliste: Unterlagen für den Anhang des Businessplans

  • Tabellarischer Lebenslauf des Gründers oder Gründerteams
  • Zeugnisse, Zertifikate und Qualifikationsnachweise
  • Gesellschaftsvertrag (falls vorhanden)
  • Werbematerialien und Produktinformationen (falls vorhanden)
  • Mietverträge und Grundrisse der Geschäftsräume, Lagepläne
  • Lizenzen, Gewerbeanmeldung, Anmeldung beim Finanzamt
  • Kooperationsverträge und Vertragsentwürfe
  • Betriebserlaubnisse und Konzessionen
  • Fachkundige Stellungnahme
  • Planungsrechnungen und Kundenlisten (falls vorhanden)

Tipp: Fertigen Sie ein Inhaltsverzeichnis für den Anhang an, damit Investoren und Kreditgeber sich schnell zurechtfinden.

Häufige Fehler beim Businessplan vermeiden

Damit Ihr Businessplan überzeugt, sollten Sie folgende Fehler vermeiden:

  • Zu oberflächlich: Jeder Abschnitt muss substanziell sein. Allgemeinplätze ohne konkrete Zahlen und Fakten überzeugen niemanden.
  • Unrealistische Finanzplanung: Wer im ersten Monat Gewinne verspricht, verliert an Glaubwürdigkeit. Planen Sie realistisch und konservativ.
  • Zielgruppe nicht definiert: „Alle” ist keine Zielgruppe. Beschreiben Sie Ihre Kunden so konkret wie möglich.
  • Wettbewerb ignoriert: Wer behauptet, keine Konkurrenz zu haben, wirkt uninformiert. Zeigen Sie, dass Sie den Markt kennen.
  • Zu viel Fachchinesisch: Schreiben Sie so, dass auch ein Branchenfremder Ihre Idee versteht.
  • Kein roter Faden: Der Businessplan muss wie ein zusammenhängendes Dokument wirken – nicht wie zusammengesetzte Einzelteile.
  • Anhang vergessen: Belegen Sie Ihre Aussagen mit Unterlagen. Ein leerer Anhang wirkt unprofessionell.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Businessplan

Wie lang sollte ein Businessplan sein?

Ein vollständiger Businessplan umfasst in der Regel 20 bis 40 Seiten inklusive Anhang. Die Executive Summary sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang sein. Entscheidend ist nicht die Seitenzahl, sondern die Qualität und Vollständigkeit der Inhalte.

Brauche ich einen Businessplan, auch wenn ich keinen Kredit aufnehme?

Ja. Auch ohne Finanzierungsbedarf hilft Ihnen der Businessplan, Ihre Idee systematisch zu durchdenken, Schwächen frühzeitig zu erkennen und klare Ziele zu setzen. Er dient als Ihr persönlicher Fahrplan für die Gründung.

Was ist der wichtigste Teil des Businessplans?

Der Finanzplan gilt als Herzstück, weil er die wirtschaftliche Tragfähigkeit Ihres Vorhabens belegt. Für den ersten Eindruck ist jedoch die Executive Summary entscheidend – sie bestimmt, ob der Leser weiterliest.

Kann ich den Businessplan nach der Gründung anpassen?

Unbedingt. Der Businessplan ist ein lebendiges Dokument. Wenn sich Marktbedingungen, Ihre Strategie oder Ihre Ziele ändern, sollten Sie ihn entsprechend aktualisieren.

Wo bekomme ich professionelle Hilfe beim Businessplan?

Im Rahmen eines Gründercoachings unterstützen Sie zertifizierte Berater bei der Erstellung und Optimierung Ihres Businessplans. Ein solches Coaching kann auch über einen AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) der Agentur für Arbeit gefördert werden.

Professionelle Unterstützung beim Businessplan

Ein überzeugender Businessplan erfordert Sorgfalt, Marktkenntnis und eine klare Struktur. Wenn Sie professionelle Hilfe bei der Erstellung oder Optimierung wünschen, stehen Ihnen die zertifizierten Berater von Karriere.Haus | EWU Dr. Wallberg & Partner GmbH zur Verfügung.

Im Rahmen einer individuellen Existenzgründungsberatung begleiten wir Sie von der Geschäftsidee bis zum fertigen Businessplan – persönlich und auf Ihre Situation zugeschnitten. Gerne erstellen wir auch eine fachkundige Stellungnahme zu Ihrer Geschäftsidee.