Innere Kündigung – Gibt es ein Zurück, wenn es soweit ist?

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Innere Kündigung – Über ihre Gründe und Folgen.
Die innere Kündigung wirkt sich auf einst emsige Mitarbeiter demotivierend aus. Die Sehnsucht nach Feierabend ist größer als der Erfolgshunger.

Dienst nach Vorschrift – so lässt sich die Arbeitsweise von Arbeitnehmern bezeichnen, deren Leistungswille kontinuierlich abbaut. Dass sich einst motivierte Mitarbeiter von ihrem Arbeitsumfeld emotional zu lösen scheinen, geschieht nicht grundlos. Arbeitspsychologen nennen diesen Prozess “innere Kündigung”.

Studien des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge sind allein in Deutschland knapp sechs Millionen Arbeitnehmer von der inneren Kündigung betroffen. Unter ihnen Fachexperten und Leistungsträger, deren Talente innerhalb ihrer Unternehmen weder gewürdigt noch gefördert werden. Verantwortlich sind dafür die Führungskräfte. Oder genauer gesagt: deren nicht vorhandene Kompetenzen.

Faktoren, die die innere Kündigung begünstigen

Ein neuer Job bringt Motivation. Es braucht mal mehr, mal weniger Zeit, bis sich ein neuer Mitarbeiter in ein bisher unbekanntes Arbeitsumfeld eingelebt hat. Stellt sich jedoch entgegen der Erwartung eine als frustrierend empfundene Arbeitssituation ein, leidet früher oder später das Engagement. Doch durch welche Faktoren wird die mentale Distanzierung zur eigenen Arbeit ausgelöst?

Folgende Umstände begünstigen die innere Kündigung:

  • Sowohl Perspektiven als auch Entwicklungsmöglichkeiten sind innerhalb des Unternehmens rar gesät.
  • Es fehlen Anerkennung und Wertschätzung seitens der Vorgesetzten.
  • Gestaltungsmöglichkeiten sind so wenig transparent wie die internen Kommunikationswege.
  • Unflexible bis destruktive Organisationsstrukturen beherrschen den Arbeitsalltag.
  • Der persönliche Anschluss zum Kollegenkreis will aufgrund mangelnder Gesprächsbereitschaft nicht gelingen.

Da sich die innere Kündigung als schleichender Prozess vollzieht, fällt es schwer, einen Auslöser auszumachen. Der Grund aber ist bekannt: Führungsfehler. Eine einseitig gelagerte Feedbackkultur, fremdes Eingreifen in Kompetenzbereiche oder das Ausgrenzen bei Entscheidungsprozessen zählen zu den Fehlverhalten, die die Kompetenz von Führungskräften in Frage stellt.

In Unternehmen, deren Kultur von Misstrauen sowie stark hierarischen Strukturen geprägt ist, herrscht eine besonders hohe Gefahr für innere Kündigungen.

Folgen der inneren Kündigung

Man möchte meinen, dass die Folge einer inneren Kündigung auf der Hand liegt. Doch nur jeder Zehnte der sechs Millionen Betroffenen wagt den Schritt, seinem Arbeitgeber zu kündigen. Sie gehen den Weg des geringsten Widerstandes, weil die Bereitschaft für eine gravierende Veränderung noch nicht erreicht ist.

Mitarbeiter halten diesen Zustand oftmals so lange aus – bis sie ihn nicht mehr aushalten. Nicht selten geht eine innere Kündigung mit gesundheitlichen Folgen einher. Die Fehlzeiten des betroffenen Arbeitnehmers nehmen zu, während die Teammitglieder unter der Belastung der zu kompensierenden Aufgaben leiden. Die eingeschränkte Eigeninitiative eines Arbeitnehmers wirkt sich demzufolge negativ auf das Betriebsklima aus.

Mehr noch: Die Leistungsverweigerung über das vertraglich geforderte Arbeitspensum zieht Folgekosten für das Unternehmen mit sich. Eine innere Kündigung führt dazu, dass die Personalkosten die erwirtschaftete Produktivität übersteigen. Der lautlose Rückzug eines Mitarbeiters ist unternehmensschädigend und muss daher proaktiv behoben werden.

Sind weder Unternehmen noch Mitarbeiter in der Lage, den Konflikt eigenständig zu lösen, kann ein Coaching helfen. Es gilt Entwicklungsmöglichkeiten zu analysieren, um Veränderungen herbeizuführen. Können diese nicht innerhalb des Unternehmens in konkreten Maßnahmen münden, ist es vermutlich an der Zeit, die innere Kündigung mit einem beruflichen Neustart abzulösen.


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